Spatenstich und neue Lkw mit radargestütztem Abbiegeassistenten

  • Investitionen von acht Millionen Euro:
  • Mittelständler setzt weiter auf eigenen Fuhrpark und eigene Fahrer
  • Spatenstich für neues Gebäude am Stammsitz in Baden-Württemberg: Werkstatt, Büroräume und Zimmer für Fahrer
  • 20 Sattelauflieger von 14,90 Meter Länge warten auf Abholung: Ministerium will angekündigte Einsatzgenehmigung im März geben

Bei IHRO entsteht am Stammsitz im baden-württembergischen Neuenstein (Hohenlohe) seit heute ein Gebäude, dessen Kombination aus Lkw-Werkstatt, Büros und Zimmern für Fahrer ebenso ungewöhnlich wie typisch ist. Sie ist ungewöhnlich für eine Branche, in der Speditionen immer weniger Transporte selbst erledigen und immer mehr Aufträge an ausländische Transportunternehmen vergeben. Andererseits ist sie ein typisches Beispiel für die Unternehmensstrategie von IHRO, die ganz bewusst einen eigenen Weg geht und somit fand heute der erste Spatenstich für das Gebäude statt.

„Wir setzen konsequent weiter auf unsere Erfolgsfaktoren eigener Spezialfuhrpark und eigene Fahrer“, sagte Kai Ihro, geschäftsführender Gesellschafter der gleichnamigen Speditionsgruppe. „Dafür brauchen wir Räumlichkeiten, in denen sich Fahrer erholen können und wir brauchen die eigene Werkstatt, um die Einsatzzeiten unserer Spezialfahrzeuge weiter zu steigern und Ausfälle zu minimieren.“ Aufgrund des Wachstums von IHRO werden ferner zusätzliche Büroräume benötigt. „Indem wir die auf demselben Gelände realisieren, auf dem auch unser bisheriges Verwaltungsgebäude steht, haben wir auch künftig die räumliche Nähe zwischen den verschiedenen Abteilungen, die viele Arbeiten auch in Zeiten von EDV-Vernetzung immer noch einfacher macht. Ein Teil der Büroflächen wird extern angeboten und durch die Anbindung an das Breitband-Internet gibt es auch von dieser Seite keine Einschränkungen.“

Die Speditionsgruppe Ihro, die ihren Umsatz 2018 um 7,5 Prozent auf knapp 39 Millionen Euro gesteigert hat, investiert rund 4,5 Millionen Euro in das neue Gebäude. Über der Lkw-Werkstatt entstehen im zweiten Stockwerk auf etwa 350 Quadratmeter Büros und Schulungsräume, auf weiteren 350 Quadratmetern Räume für Fahrer. Vorgesehen sind dort zwölf Zimmer für Fahrer sowie Küche und Gemeinschaftsräume. „Die Räume sind vor allem für unsere Fahrer, die ihre Wochenendpausen in Neuenstein verbringen“, erläutert Ihro. „Wenn die Fahrer aufgrund ihrer Einsatzplanung ihre Ruhezeiten nicht zu Hause verbringen können, wollen wir ihnen hier als Zeichen unserer Wertschätzung auch eigene Übernachtungs- und Erholungsmöglichkeiten bieten.“

Lkw mit Abbiegeassistent und verlängerte Sattelauflieger

Neben der Investition für das neue Firmengebäude, investiert man bei Ihro weitere 2,5 Millionen Euro in die Erweiterung und Modernisierung des Fuhrparks. So hat Ihro in diesem Jahr bereits 20 Actros-Lkw von Mercedes-Benz erhalten. Sie sind alle mit dem erst seit kurzem lieferbaren, radargestützten Abbiegeassistenten ausgestattet. Das System weist Fahrer darauf hin, das sich andere Verkehrsteilnehmer im sogenannten toten Winkel neben dem Lkw befinden, den der Fahrer nicht einsehen kann.

Kai Ihro: „Wir setzen traditionell die modernsten Fahrsicherheitssysteme ein und der Abbiegeassistent ist nachweislich ein weiterer Beitrag für mehr Verkehrssicherheit.“

Außerdem dürfen damit ausgerüstete Lkw auch Sattelauflieger ziehen, die 1,30 Meter länger sind als die 13,60 Meter langen Standard-Trailer. Das Land Baden-Württemberg hatte bereits Anfang 2018 signalisiert, dass man dem Beispiel anderer Bundesländer folgen und den uneingeschränkten Einsatz des verlängerten Sattelaufliegers ermöglichen wolle. IHRO hatte daraufhin 20 Auflieger dieses Typs bestellt, die inzwischen allesamt bereits beim Hersteller auf ihre Abholung warten. „Die Erlaubnis soll jetzt Anfang März kommen“, meint Ihro.

„Vorher könnten wir die Trailer nur mit Sondergenehmigung beim Hersteller abholen und auf unseren Betriebshof bringen, aber nicht von hier aus einsetzen.“

Mit der eigenen Flotte, in der auch Lkw mit Erdgas- und mit Elektroantrieb im Einsatz sind, kann IHRO neun von zehn Transportaufträgen selbst erledigen. Inklusive der Neuanschaffungen wird der Fuhrpark in diesem Jahr auf 205 Zugfahrzeuge und 300 Anhänger wachsen.

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